4. Spieltag | 10.09.2017 | EINTRACHT vs. SV 90 Jöhstadt 2:0 (1:0)

Am gestrigen Sonntag begrüßte die Eintracht den SV 90 aus Jöhstadt zum Spitzenspiel (Dritter gegen Vierter) der Kreisklasse Ost. Im Vergleich zu Schlettau, dem Gegner der Vorwoche, hat Jöhstadt zwar keinen eigenen Trailer, kann aber immerhin auf einen Artikel im neuesten #Amateur-Spezial der renommierten Fachzeitschrift 11Freunde verweisen (https://www.facebook.com/607213592723639/photos/pcb.1314667075311617/1314666985311626/?type=3&theater).

Gegen diesen von nun an prominenten Kontrahenten schenkte ESV-Coach D. Schindler folgender Elf das Vertrauen auf dem Herolder Rasen:

R. Hofmann - T. Schmidt, R. Einenkel, D. Haase, D. Neubert, M. Felber - V. Panov (D. Päßler, 49. Min), C. Fuchß, S. Meiner (P. Reinhold, 43. Min.) - R. Ehrlich (A.W. Janker-Scholl, 84. Min), A. Marschner

Auf der ausgesprochen hochkarätig besetzten Bank fanden sich zu Beginn J. Fuchß, D. Päßler, P. Reinhold, M. Goldammer und Vereinslegende A.W. Janker-Scholl wieder. Schindler lobte im Nachgang die Breite des Kaders, durch die es trotz zahlreicher Verletzungen möglich ist, effektiv zu wechseln und taktieren.

Vor knapp 100 Zuschauern begann die Partie mit 15 Minuten Verspätung. In den ersten, leicht grün-gelb vernebelten Minuten zeigten die Gäste zunächst mehr Vorwärtsdrang, ohne jedoch zwingend zu werden. Mit zunehmender Spielzeit fand sich die Mannschaft der Thum-Herolder und konnte die ersten Offensivaktionen fahren. Eine neu gewonnene Passsicherheit und das geschickte unterbinden der lang gespielten Gästeattacken waren der Schlüssel hierfür, analysierte D. Schindler. Dennoch spielte sich das Geschehen mehrheitlich im mittleren Spielfelddrittel ab. Die drei Offensivkräfte S. Meiner, A. Marschner und R. Ehrlich konnten Mitte der ersten Halbzeit für ein erstes Raunen auf den Rängen sorgen. Letzterer konnte in einer undurchsichtigen Strafraumsituation seinen rechten Schlappen hinter den Ball bringen und zielte mit etwas zu viel Rücklage ans Aluminium. Viele Zweikämpfe und Nicklichkeiten prägten das Aufeinandertreffen von Beginn an und so war es kaum verwunderlich, dass einige Akteure auf beiden Seiten fortwährend nahe am Platzverweis wandelten. Acht gelbe Karten, gerecht verteilt auf beide Parteien, waren die logische Konsequenz. Dem nahezu fehlerlos agierenden Referee muss an dieser Stelle ein Kompliment gemacht werden. Kurz vor dem Pausentee kam die Eintracht zum Torerfolg in einer moralisch wichtigen Phase. Auf der linken Außenbahn konnte T. Schmidt in die SV 90-Defensive eindringen und eine Flanke auf den Fünfmeterraum schlagen. Dort tauchte plötzlich R. Ehrlich phantomartig aus dem Nichts auf und konnte mit der linken Innenseite eiskalt zur ESV-Führung vollstrecken. Für unser Eigengewächs war dies bereits der 3. Saisontreffer. Stark!

Die Eintracht kam engagiert aus der Kabine und drängte nun auf die Entscheidung. V. Panov hatte direkt nach Wiederbeginn die erste gute Möglichkeit auf das zweite Tor der Hausherren. Wie in Halbzeit eins, hatten die Jöhstädter weiterhin Probleme bei Aktionen über die Außenbahnen: hier brachten vor allem MF13 und der eingewechselte P. Reinhold immer wieder Gefahr in die Hintermannschaft. Leider blieben die Bemühungen zunächst unbelohnt. Die immer noch hitzig geführte Partie erlebte ihren vorläufigen Höhepunkt Mitte der zweiten Halbzeit. Nach einem Zweikampf, den M. Felber nur per Foul für sich entscheiden konnte, blieben er und auch sein Gegenspieler am Boden liegen. Der nachlaufende Spieler konnte(oder wollte) nicht mehr abbremsen und traf den Kopf des am Boden liegenden MF mit voller Wucht. Dieser musste verletzt ausgewechselt werden und wurde mit einer klaffenden Platzwunde im Gesicht ins Krankenhaus eingeliefert. Umso mehr wollten die Thum-Herolder nun Vergeltung in Form des entscheidenden Treffers. Dieser gelang schlussendlich dem inzwischen für V. Panov eingewechselten D. Päßler in der 78. Minute. Einen eigentlich wenig gefährlich wirkenden Freistoß, der direkt auf den Torwart kam, konnte dieser nicht festhalten und D. Päßler (78.) konnte souverän abstauben und mit R. Ehrlich wieder gleichziehen. Der Mannschaft, dem Trainer und auch den Thum-Herolder Fans fiel ein Stein vom Herzen und man feierte fortan nahezu jede Aktion.

Der vorläufige Höhepunkt der Ekstase schien in der 84. Minute gekommen. Trainer D. Schindler wollte sich, nach den Schlussminuten in Olbernhau, nicht erneut der Kritik für eine verpasste Einwechslung aussetzen und so betrat Edelreservist A. W. Janker-Scholl die Arena. Diese Aktion löste frenetischen Jubel auf der Tribüne aus. Alex ist ein Sinnbild dafür, was es bedeutet sich 100% mit dem Team zu identifizieren und was durch harte Arbeit erreicht werden kann. Mit jeder weiteren Einsatzminute in der 1. Kreisklasse lehrt er all Diejenigen eines Besseren, die vor der Saison aufgrund „fehlender Aussicht auf Spielpraxis“ das Weite suchten. Einen klasse gespielten Steilpass auf D. Päßler und ein leider verzogenen Lupfer (Platzfehler, definitiv!) hatte der Mann mit der Gelfrisur noch zu verzeichnen, dann war Schluss. Die umjubelten drei Punkte bleiben an der Wilisch!

Dennoch resümierte D. Schindler nach dem erlösenden Schlusspfiff und der großen Freude leicht kritisch. Sein Fazit zum vierten Saisonspiel ohne Niederlage: „Wir konnten uns wieder spielerisch steigern. Bei der Anzahl an Chancen, hätte die Torausbeute auch höher sein können. Trotzdem müssen wir weiter arbeiten, damit jede Woche neu die gleiche Leidenschaft, Spielfreude und Hingabe von heute abgerufen werden kann. Wir wollen die aufsteigende Formkurve auch gegen Arnsfeld nächste Woche bestätigen.“

#ForzaESV

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