2. Spieltag | 20.08.2017 | EINTRACHT vs. SpG Heidersdorf/Deutschn. II 5:3 (0:0)

Oh du ruhmreicher SV Heidersdorf! Du ewig Unterschätzter. Du heiß Geliebter. Du Sagenumwobener. Du glanzvoller FC Hollywood. Sechs lange Jahre haben wir dich nicht mehr gesehen. Doch vergessen konnten wir dich nie. Dich und dein Helden. Ikonen des Kreisklassefußballs. Welcher TBVler erinnert sich nicht mit Tränen in den Augen an diesen denkwürdigen 23.10.2011 als du im Thumer Tollhaus den sichergeglaubten Sieg noch aus der Hand schenktest. Am Ende stiegst du dennoch auf. Und stiegst wieder ab. Deine Geschichte ist auch ein Stück weit unsere Geschichte! Und nun bis du wieder da. 1. Kreisklasse. Verändert. Und dennoch unverändert schön, verzaubernd, wie beim letzten Mal. Was haben wir dich vermisst.

Wir wussten, gegen Dich müssen wir alles aufbieten, sonst hätten wir keine Chance! So konnte unser Trainer D. Schindler, trotz zahlreicher Verletzter, erstmals auf 16 Spieler zurückgreifen, die bis in die Haarspitzen motiviert waren. Zu Beginn der Partie merkte man uns die Nervosität deutlich an. Klar, da war dieses Gefühl, wie als würde man seine frühere Jugendliebe aus der Dorfdisko nach vielen Jahren erstmals wiedersehen. Und sie hat jetzt einen Neuen. Deutschneudorf heißt der Typ. Doch gerade deshalb wollten wir uns heute ordentlich reinhängen und klar machen, was ihr durch die Lappen geht. Im Vergleich zur Vorwoche stießen mit Einenkel, Meiner, Grimm und Schmidt gleich vier neue Gesichter in die Startaufstellung. Und nachdem diese sich Sicherheit verschafft hatten, wurde die Eintracht Mitte der ersten Halbzeit langsam mutiger. Allein A. Marschner hatte drei Großchancen (2x Aluminium, 1x pariert) unsere Farben in Führung zu bringen. Doch auch dir, großer SVH, spürte man die Aufregung ab. Dir gelang so gut wie nichts und so ging es mit 0:0 in die Kabine. Tür an Tür. Neben dir! *-*

Im zweiten Durchgang wollten wir die Nervosität nun ganz ablegen und von unseren hohen unpräzisen Bällen zurück zum trainierten Kurzpassspiel gelangen. Und der Traumstart glückte direkt: Anstoß, Pass von S. Meiner auf T. Schmidt nach links außen, flache Hereingabe auf D. Päßler und der mit dem ersehnten Torerfolg aus acht Metern (46. Min). Und S. Meiner zeigte auch beim zweiten Treffer, warum er so wichtig für uns ist. Nach einem doppelten Doppelpass mit A. Marschner donnerte er das Leder aus 18m Torentfernung mitten in dein Herz (53. Min). Doch das konntest du nicht auf dir sitzen lassen und zeigtest uns endlich dein wahres Gesicht: gallig, bissig, giftig und verführerisch offensiv. In zehn Minuten der Unachtsamkeit und kurzzeitigen Befriedigung stachst du zwei Mal zu, stelltest den alten Spielstand wieder her und damit das Spielgeschehen auf den Kopf.

Doch auch wir wollten uns nicht geschlagen geben. Nicht heute. Nicht gegen Heidersdorf. Unsere Offensivkräfte Reinhold, Päßler, Panov und Ehrlich liefen nun zu Hochtouren auf. In der 85. Minute schnappte sich Panov das Leder und zog unwiderstehlich schnell von rechts außen in den Strafraum rein und jagte den Ball mit Vollspann ins lange Eck. 3:2 - der Auftakt zu einer fulminanten Schlussphase. Nur eine Minute später steckte Abwehrchef R. Einenkel einen Pass in die Tiefe, der eigentlich schon als sichere Beute für deinen Keeper galt, doch M. Schnabel (einer der 2011er Zeitzeugen, weißt du noch?) ging energisch nach und zwang den Torwart zu einem katastrophalen Fehlgriff. Er ließ den Ball durch die Beine passieren und Schnabel musste nur noch einschieben (86. Min). Was war los, SVH? Gibst du schon auf? Nein nicht doch - Du gibst niemals auf! Nach schönem Alleingang deines Kapitäns und präzisem Schuss ins Torwarteck warst du sofort wieder da (87. Min). Aber die drei Punkte wollten heute in Herold bleiben! P. Reinhold wollte den Sack endgültig zumachen und tanzte sich in letzter Minute durch deine Abwehrreihen. Da war es wieder: Dieses Gefühl, wie damals auf der Tanzfläche der Dorfdisko, erinnerst du dich? SVH, meine Jugendliebe. Du konntest ihn nicht abhalten, musstest ihn gewähren lassen. Er kam zum Abschluss, der Ball prallt vom Verteidiger zu R. Ehrlich, der direkt wieder aufs Tor schießt. Abgefälscht vom Libero fliegt der Ball unhaltbar ins Netz. 5:3. Schlusspfiff.

Das Ende einer Schlacht. Das Ende einer Liebe? Nein. Heute warst du nicht gut drauf, SVH. Hattest einen schlechten Tag. Das kommt vor. Du bist besser. Du bist größer. Auch wenn von den Helden vergangener Tage niemand mehr dabei war - von deinem Glanz hast du nichts verloren, du geheimnisvoller, du glorreicher SVH!

Und was ist mit uns? Trainer Schindler fasst die Partie wie folgt zusammen:
„55 Minuten guter Fußball, der Rest war ausbaufähig. Wir müssen weiter hart arbeiten, damit wir fußballerische Überlegenheit über einen längeren Zeitraum abrufen können und bei Führung nicht die Vorgaben über Bord werfen. Besonders erfreulich: Mit Julian Fuchß konnte nach Lucas Krebs und Robin Ehrlich bereits der dritte Nachwuchsspieler integriert werden, was Vorfreude auf die nächsten Partien weckt!“

#ESVSVH
#6Punkte
#ForzaESV

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