Luisa Gomez-Olivera hat Herolds Fußballerinnen zum Sieg gegen Leipzig geschossen. In ihr fließt kubanisches Blut.

Herold. Drei Standards, drei Tore. Nach einem erbärmlichen Auftaktgestochere gegen den Tabellenletzten FFV Leipzig III hat die Spielerin die Herzen der Fans erwärmt. Beim sehr mühevollen 3:2 (1:1) gegen das Landesliga-Schlusslicht erzielte sie alle drei Treffer. "Gut gespielt haben wir aber nicht. Da war viel Glück dabei", sagte Luisa Gomez-Olivera.

Kurz vor Ende der ersten Hälfte war der 26-Jährigen mit einem kuriosen Freistoß das 1:1 gelungen. Der Ball segelte quer durch den Strafraum und schlug im langen Eck ein. Nahezu identisch war für die Gäste das 1:0 gefallen, das Böses erahnen ließ. Dass es nicht so weit kam, war Gomez-Olivera (hinten rechts im Bild) zu verdanken. Die Pflegerin in einer Seniorenresidenz heilte die bis da aufgerissenen Wunden im ESV, legte per Handelfmeter das 2:1 nach und zirkelte kurz vor Abpfiff einen weiteren Freistoß zum 3:1 in den oberen Winkel. "Drei Tore in einem Spiel habe ich noch nie erzielt. Das war eine Premiere für mich", sagte die Torschützin erfreut. An ihrem karibischen Blut kann das fußballerische Talent kaum liegen. "Ich weiß nicht, ob mein Vater Fußballer war. Da sich meine Eltern früh getrennt haben, kenne ich ihn kaum. Auch an Kuba erinnere ich mich wenig, da war ich nur als kleines Kind einmal", erzählt die Mittelfeldakteurin, die seit einem Jahr für Thum-Herold aufläuft.

Es macht ihr Spaß. "Die Gruppe hat mich aufgenommen", sagt sie. Lysann Schwarz, eine ehemalige Herolder Spielerin, lotste die gebürtige Karl-Marx-Städterin zur Eintracht. Wahrscheinlich wäre es nicht dazu gekommen, hätte sich die Frauen-Elf des TKV Flöha nicht aufgelöst. Dort, in ihrem Wohnort, spielte die junge Frau zunächst mit ihrem Bruder und ab der 6. Klasse im Verein. Gern hat sie Trainer Ronny Böhm in sein Team geholt: "Torschützinnen können wir immer gebrauchen."

Von Thomas Schmidt
erschienen am 28.10.2015

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